Vor- und Nachteile von Diäten

Wie sinnvoll sind eigentlich Diäten?

In den unten beschriebenen Diäten werden Sie erkennen, wenn Sie die Vor- und Nachteile abwägen....die ideale Diät gibt es eigentlich nicht. Sie sind entweder wissenschaftlich widerlegt, meist nicht alltagstauglich und verursachen fast immer den gefürchteten "JO-JO-EFFEKT"! 

Nulldiät

Saftfasten für Gesunde

Was wird hier gegessen?

Nichts – die Nahrungsaufnahme wird über einen Zeitraum von mehreren Tagen, manchmal gar Wochen komplett eingestellt. Da dann auch die in den Speisen enthaltene Flüssigkeit wegfällt, ist der Trinkbedarf erhöht und liegt bei etwa drei Litern täglich. Erlaubt sind kalorienfreie Getränke wie Wasser oder Tee.

Man nimmt ausschließlich flüssige Nahrung zu sich und trinkt täglich etwa drei Liter, vor allem Wasser und Kräutertees sowie einen viertel Liter Obstsaft und Gemüsebrühe. Ein Vorbereitungstag mit viel Rohkostverzehr geht der eigentlichen Fastenphase voraus.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Ohne dass der Fastende sich dabei um komplexe Ernährungspläne kümmern muss.

Als ganzheitliches Selbsterfahrungskonzept mit körperlichen und seelischen Auswirkungen. Es soll helfen, Gewohnheiten zu verändern, den Körper zu entgiften und zu entschlacken. Zumeist aber wird das Saftfasten nur zum Abspecken angewendet.

Was kann die Diät wirklich?

Hauptsächlich wird Wasser verloren. Etwa ab dem zweiten Tag schwinden Eiweiß und Fett, Letzteres wird zum Hauptbrennstoff. Dieser Hungerstoffwechsel hat viele Nebenwirkungen: So wird Harnsäure vermindert ausgeschieden – Gicht und Nierensteinbildung können die Folgen sein.

Es kommt zu einer Reduktion von drei bis sechs Kilogramm pro Woche. Wie bei allen radikalen Ansätzen geht dem Körper viel Wasser verloren, nach der Fastenzeit wird es rasch wieder aufgefüllt, das Gewicht steigt häufig sogar über den Ausgangswert. Eine Entschlackung ist wissenschaftlich nicht belegt.

Fazit!

Vorteil: bei längerer Anwendung keiner.

Nachteil: Der Minimalbedarf an essenziellen Eiweiß wird nicht gedeckt. Nach 14 Tagen sind bis zu zwei Kilogramm Muskelmasse abgebaut. Mineralstoffe gehen ebenfalls verloren. Die Gefahr für lebensbedrohliche Komplikationen, wie etwa Herzrhythmusstörungen, steigt. Zudem wird keine langfristige Verbesserung der Essgewohnheiten eingeübt. Von einer vollständigen Nulldiät zur Gewichtsreduktion muss daher abgeraten werden.

Vorteil: Bei professioneller Vorbereitung mit einem gutem Ratgeber oder in einer geleiteten Gruppe kann Fasten zur positiven ganzheitlichen Erfahrung werden. Gesunde Menschen dürfen eigenverantwortlich acht Tage ohne Bedenken fasten.

Nachteil: Fasten macht dauerhaft nicht schlank. Außerdem droht durch den Eiweißmangel der gefürchtete Jo-Jo-Effekt.

Modifiziertes Fasten

Formula-Diät: BCM

Was wird hier gegessen?

Zwei bis drei Liter kalorienfreie Fastengetränke sowie täglich 50 bis 100 Gramm Proteine, meist in Form eines Konzentrats (erhältlich in Apotheken oder Reformhäusern). Die Fastendrinks enthalten auch geringe Mengen Kohlenhydrate sowie Vitamine und Mineralstoffe. Alternativ können eiweißreiche Milchprodukte wie etwa Quark gegessen werden.

Zwei Tage lang fünfmal täglich ein "Formula-Drink“. Dieser enthält Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Danach erfolgt eine Umstellung auf drei Mischkost-Mahlzeiten. Die BCM wird regelmäßig gemessen (Body-Cell-Mass, Körperzellmasse). Dieser Wert gibt an, ob Fettgewebe statt Muskelmasse abgebaut wird.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Die extrem geringe Energiezufuhr von etwa 500 Kilokalorien pro Tag gewährleistet eine starke Gewichtsreduktion – und damit den Abbau von Fett. Die Zufuhr der enthaltenen Proteine sollen den Abbau von körpereigenem Eiweiß reduzieren, der hauptsächlich im Bereich der Muskelmasse stattfindet.

Wie alle Formula-Diäten verspricht auch diese einen großen Gewichtsverlust. Formula-Diäten ersetzen die Mahlzeiten teilweise oder vollständig durch industriell hergestellte Drinks, deren Zusammensetzung gesetzlich geregelt ist. Sie decken im Wesentlichen den Grundbedarf an Nährstoffen inklusive Vitaminen und Mineralstoffen.

Was kann die Diät wirklich?

Wer diese Kur durchhält, kann mit einem massiven Gewichtsverlust rechnen - bei Fettleibigen kommt es zu einer Reduktion von bis zu zwölf Kilogramm in vier Wochen.

An den ersten zwei Tagen sind nur rund 900 Kilokalorien gestattet. Da dies weniger als die Hälfte des Normalbedarfs ist – kommt es zu einem raschen Gewichtsverlust. Es gibt nur drei Mahlzeiten täglich, Zwischenmahlzeiten sind nicht erlaubt. Durch längere Esspausen kommt es zu einer höheren Fettverbrennung. Ob durch längere Esspausen Gewicht verloren geht ist wissenschaftlich nicht belegt.

Fazit!

Vorteil: hohe Gewichtsreduktion. Zudem wird weniger Körpereiweiß abgebaut als bei der Nulldiät – die Gefahr des Jo-Jo-Effekts ist geringer. Als Einstiegdiät ist das Konzept daher sehr motivierend.

Nachteil: Länger als drei Monate darf die Diät nicht angewendet werden – und nur unter ärztlicher Aufsicht, weil unter anderem Gichtanfälle und Gallenkoliken drohen. Während der Diät wird kein Umgang mit gesunder, ausgewogener Kost trainiert. Schulung und Nachbetreuung sind nötig.

VorteiI: Besonders für stark Übergewichtige und Fettleibige kann der anfängliche Erfolg anspornend und sinnvoll sein. Regelmäßige Gruppentreffen erhöhen zudem nachweislich das Durchhaltevermögen. Wer die angegebene Dosierung einhält, muss keinen Nährstoffmangel befürchten.

Nachteil: Die strikte Beschränkung auf nur drei Mahlzeiten kann zwischenzeitlich den Hunger verstärken. Damit steigt die Gefahr die Diät vorzeitig abzubrechen.

Formula-Diät: Dr. Markart

Ananas-Diät

Was wird hier gegessen?

Zwei Wochen lang gibt es täglich drei Eiweißdrinks, dann einen Monat lang zwei Eiweißdrinks und zusätzlich eine feste Mahlzeit pro Tag. Anschließend sechs Wochen lang zwei Speisen und einen Eiweißdrink täglich. Die Mahlzeiten bestehen aus Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, fettarmen Milchprodukten, Fisch und Fleisch; zusätzlich erhält man Nahrungsergänzung zur Unterstützung der Darmflora.

Als typische Ein-Lebensmittel-Diät besteht die Nahrung ausschließlich aus der Ananas und deren Saft. Pro Tag sollen etwa zwei große frische Früchte gegessen werden. Ananas aus der Dose sind nicht empfehlenswert, da sie in aller Regel gezuckert sind.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Je mehr Eiweiß man zu sich nimmt umso wahrscheinlicher ist ein Gewichtsverlust ohne Jo-Jo-Effekt. Das ist nur durch Proteindrinks möglich, da diese Magen und Darm nicht überlasten. Das Eiweiß soll die Schilddrüsenaktivität erhöhen, den Gehalt des Insulins senken und so die Fettverbrennung verbessern.

Die in der Ananas enthaltene Enzyme (sogenannte Bromelaine) sollen den Abbau von Körperfett fördern und einen besonders starken Gewichtsverlust verursachen.

Was kann die Diät wirklich?

Das Eiweiß, das bei dieser Diät in den ersten zwei Wochen über Drinks (täglich rund 65 Gramm) eingenommen wird, kann man auch mit normalen Lebensmitteln zu sich nehmen. Die für die zehn Wochen danach empfohlene Kombination der Mahlzeiten wirkt dem Jo-Jo-Effekt nachweislich entgegen.

Die vermeintlichen Fettverbrennungs-Enzyme dienen der Eiweiß-Spaltung und werden zum größten Teil bereits durch den Magensaft deaktiviert. Die Behauptung, es komme zu einer gesteigerten Fettverbrennung durch die Inhaltsstoffe der Ananas, ist daher Unsinn.

Fazit!

Vorteil: zwei Wochen lang fällt jegliches Kochen weg - das Pulver ist rasch eingerührt. Bei starkem Übergewicht kann diese Formula-Diät, wie auch ähnliche Varianten, sinnvoll sein.

Nachteil: der Flüssignahrung wird man schnell überdrüssig. Die Gesamtkosten für zwölf Wochen belaufen sich auf rund 490 Euro. Die gleiche Eiweißqualität und Menge lässt sich auch über gewöhnliche Lebensmittel aufnehmen wie Fisch, Quark oder Soja.

Vorteil: eine leicht umsetzbare Mono-Diät mit geringem Zeitaufwand.

Nachteil: längerfristig und zum nachhaltigen Gewichtsmanagement ist diese extrem einseitige Diät nicht geeignet.

Reis-Diät

Eier-Diät

Was wird hier gegessen?

Bei der radikalen Auslegung dieser Diät gibt es vier Wochen lang ausschließlich Reis. Dazu ein wenig Obst. Bei gemäßigteren Formen darf man Korn und Beiwerk noch mit fettarmen Zutaten wie Gemüse und magerem Fleisch ergänzen.

Pro Woche gibt es etwa 25 Eier, die, je nach Variante, durch mageres Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Gemüse und Obst ergänzt werden. Daraus ergibt sich ein Speiseplan, der auf viel Eiweiß, wenig Kohlenhydrate und Kalorien setzt.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Aufgrund der entwässernden Wirkung des Getreides soll es zu einer schnellen Gewichtsreduktion kommen.

Ein rasches Abspecken von bis zu sieben Kilo in zwei Wochen ist das deklarierte Ziel. Durch den hohen Eiweißanteil soll zudem eine gute Sättigung erreicht und der Abbau von Muskeleiweiß vermieden werden.

Was kann die Diät wirklich?

Ein Gewichtsverlust tritt ein, was motivierend wirken kann. Allerdings beruht die schnelle Abnahme vor allem auf der entwässernden Wirkung des Reises. Dessen hoher Kaliumgehalt sowie seine niedrige Natriumkonzentration verursachen eine erhöhte Wasserausscheidung.

Zumindest eine kurzfristige Gewichtsreduktion ist möglich. Die Sättigungswirkung von Eiweiß ist hoch. Mit einem Verlust von Muskelmasse ist nicht zu rechnen. Obwohl die Eier sehr nährstoffreiche Lebensmittel sind, wird der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen nicht vollständig gedeckt.

Fazit!

Vorteil: schneller Gewichtsverlust. Nutzt man den Reis als Grundzutat für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Diät, kann er eine langfristige Ernährungsumstellung unterstützen.

Nachteil: Wie die meisten Mono-Diäten ist auch diese zu nährstoffarm. Von der Extremform des Konzepts – über einen Zeitraum von vier Wochen – ist abzuraten. Um einer Verstopfung vorzubeugen, ist bei der Reis-Diät auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten.

Vorteil: Wie bei allen Mono-Diäten funktioniert die Gewichtsreduktion in der Anfangsphase. Trotz des immens hohen Cholesteringehaltes der Eier steigt der Cholesterinwert des Blutes kaum an.

Nachteil: Diese Radikalkur ist nicht empfehlenswert, da sie kein langfristig erfolgreiches Gewichtsmanagement nach sich zieht. Der hohe Eiweißanteil belastet zudem die Nieren, es kommt zur vermehrten Harnstoffausscheidung. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.

Die Neue Atkins-Diät

LOGI-Methode

Was wird hier gegessen?

Es werden fast keine Kohlenhydrate aufgenommen. Während der ersten zwei Wochen werden nur Fleisch, Fisch, Eier und zusätzlich 20 Gramm Gemüse pro Tag gegessen. Danach kann man den Kohlenhydratanteil langsam steigern. Ist das Wunschgewicht erreicht, sind 90 Gramm Kohlenhydrate pro Tag erlaubt. Zucker und Weißmehlprodukte sind verboten.

Gemüse, Obst und ein geringer Anteil an Kohlenhydraten, kombiniert mit hochwertigen Fetten. Dazu viel Eiweißreiches: fettarmes Fleisch, Milchprodukte, Fisch, Eier, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Nudeln in Maßen. In geringen Mengen sind auch Lebensmittel aus Weißmehl sowie Süßigkeiten erlaubt.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Fett- und eiweißreiche Gerichte dürfen ohne Einschränkung gegessen werden, die Energieaufnahme wird nicht eingeschränkt. Durch den fast vollständigen Verzicht auf Kohlenhydrate steigt laut Atkins der lnsulinspiegel nur langsam an, dies ist die Voraussetzung für den Abbau von Fettreserven. Diese Diät unterdrückt außerdem den Heißhunger.

LOGI bedeutet „Low Glycemic and Insulinemic“: Es wird ein geringer Blutzucker- und Insulinspiegel angestrebt, die Lebensmittel werden gemäß ihrer Blutzuckerwirkung ausgewählt. Der möglichst konstant niedrige Blutzuckerwert fördert die Fettverbrennung. Die eiweißreiche und kohlenhydratreduzierte Kost sättigt zudem gut.

Was kann die Diät wirklich?

Viel Fettes erzeugt Widerwillen. Deshalb isst man weniger, das Gewicht sinkt. Die aufgenommene Kohlenhydratmenge ist anfangs so gering, dass sich der Organismus zur Energiegewinnung auf einen speziellen Stoffwechsel (die sogenannte Ketose) umstellt. Dieses Phänomen tritt auch bei hungrigen Menschen auf.

Heißhunger wird selten verspürt, daher sind Zwischenmahlzeiten nicht notwendig. Die Diät fördert zwar die Fettverbrennung, aber nicht unbedingt den Gewichtsverlust. Da Gemüse und Obst einen hohen Wassergehalt aufweisen ist die Kalorienzufuhr gering; dies bedeutet eine negative Energiebilanz des Körpers, man verliert an Gewicht.

Fazit!

VorteiI: keine Einschränkung der Speisenmenge, rasche Sättigung durch hohen Eiweißgehalt. Man nimmt weniger Kilokalorien als der Körper benötigt auf. Wegfall von Weißmehlprodukten.

Nachteil: sehr einseitig, schwer durchzuhalten. Potenzielle Gefahr einer Unterversorgung von Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen durch Kohlenhydrateverzicht. Der Anbieter rät zu Nahrungsergänzungsmitteln. Weder ist die Diät noch die Nahrungsergänzungsmitel zu empfehlen.

Vorteil: alltagstauglich. Die persönlichen Vorlieben werden berücksichtigt. LOGI ist als abwechslungsreiche Dauerkost geeignet – die vielseitigen Rezepte sorgen für eine ausreichende Nährstoffzufuhr und eine hohe Fettqualität.

Nachteil: Gewichtsverlust tritt nur langsam ein. Das ist sinnvoll, erfordert jedoch Geduld. Es gibt keine exakt vorgeschriebenen Mengen. Wer abnehmen will, muss die aufgenommenen Kilokalorien berücksichtigen (die bei den empfohlenen Rezepten angegeben sind). Die empfohlenen Öle wie z.B. Rapsöl sind jedoch genauestens auf den gesundheitlichen Aspekt zu hinterfragen.

 South-Beach-Diät

Steinzeit-Diät

Was wird hier gegessen?

Zwei Wochen lang Verzicht auf Nudeln, Kartoffeln, Reis, Brot, Süßes, Obst. Ab Woche drei sind diese Nahrungsmittel zwar erlaubt, jedoch mit der Einschränkung dass Kohlenhydrate wie Reis oder Kartoffeln nicht Hauptnahrungsmittel sind. Zum Frühstück gibt es zum Beispiel ein Omelett mit Speck und Oliven. Zwischenmahlzeiten sind obligatorisch.

Täglich bis zu 425 Gramm mageres Fleisch oder Fisch – also im Sinne der Steinzeitjäger etwas „Gejagtes“, dazu bis zu 850 Gramm "Sammlerkost“ wie Obst, Gemüse und Salat zu Fleisch und Fisch im Verhältnis 2:1. Getreide, Kartoffeln und Bohnen dürfen nicht auf den Tisch; Milchprodukte nur sehr selten.

Was wird Ihnen hier versprochen?

„Schlechte“ Kohlenhydrate (jene mit hoher Blutzuckerwirkung) werden reduziert und Heißhungerattacken vermieden. Ohne zu hungern ist eine Gewichtsreduktion von bis zu sechs Kilo in zwei Wochen möglich. Die zweite Phase erlaubt mehr Zufuhr an Kohlenhydraten und soll bis zum Erreichen des Wunschgewichts fortgeführt werden.

Unseren steinzeitlichen Vorfahren, den Jägern und Sammlern, ist Übergewicht unbekannt gewesen. Dieses Problem entstand erst mit der Umstellung auf die landwirtschaftliche Nutzung von Getreide. Die Diät beugt Übergewicht und Stoffwechselstörungen vor.

Was kann die Diät wirklich?

Die beträchtliche Kohlenhydrateinsparung kann ein Energiedefizit bewirken. Wie hoch der Gewichtsverlust ausfällt, hängt auch von individuellen Faktoren ab. Die genau nach dem Konzept zusammengestelIten Mahlzeiten lassen den Blutzuckerspiegel sowohl langsam ansteigen als auch langsam sinken. Dadurch wird der Heißhunger reduziert.

Das Konzept funktioniert nur, wenn man seine tägliche Kalorienaufnahme vermindert. Die Theorie selbst ist Unsinn. Denn eine einheitliche "Steinzeitkost“ gab es nie, sie variierte erheblich nach zeitlichen Epochen und örtlichen Gegebenheiten.

Fazit!

Vorteil: Die Fettauswahl erfolgt in Anlehnung an die Mittelmeerdiät: Fische, Nüsse, Oliven sind reich an gesunden, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Nachteil: Die erste strikt einzuhaltende Phase sollte nicht länger als zwei Wochen dauern, da sonst ein Nährstoffmangel droht. Die Zwischenmahlzeiten lassen wenig individuellen Spielraum. Der Kochaufwand ist mit 90 bis 120 Minuten täglich recht hoch.

Vorteil: Von Fleischliebhabern bevorzugt. Die eiweißreiche Kost sättigt und wirkt auf Grund ihrer großen Auswahl und der Menge an Kohlenhydraten günstig auf den lnsulinspiegel.

Nachteil: Der völlige Verzicht auf Getreideprodukte schränkt die Nahrungsvielfalt unnötig ein.

Die neue Glyx-Diät

Hay´sche Trennkost

Was wird hier gegessen?

Auf zwei oder drei Suppentagen folgen sieben Tage mit je drei Mahlzeiten mit viel Eiweiß, wenig Kohlenhydraten und Fett (etwa Pute, Olivenöl und Zucchini). Täglich maximal 1000 Kalorien. Danach konsumiert man Lebensmittel mit niedrigem glykämischen lndex („Glyx“), die den Blutzucker nur langsam steigen lassen, wie etwa Vollkornbrot oder Hülsenfrüchte.

Etwa drei Viertel der Speisen bestehen aus Obst und Gemüse, überwiegend roh, der Rest aus eiweißreicher Nahrung, wie z.B. Fisch. Pro Mahlzeit müssen kohlenhydratreiche Lebensmittel von Eiweißreichen getrennt verzehrt werden. Die Kombination Lachs mit Nudeln darf somit nicht gleichzeitig verspeist werden.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Lebensmittel mit hohem "Glyx“ bewirkten einen raschen Blutzuckeranstieg und damit eine hohe Insulinausschüttung. Solange sich Insulin im Blut befindet, kann kein Fett abgebaut werden und das Abnehmen wird verhindert. Ein niedriger „Glyx“ hält den Blutzuckerspiegel konstant und beugt Heißhungerattacken vor. Eiweißreiche Kost macht satt.

Das Konzept beruht auf der Annahme, dass Eiweiße und Kohlenhydrate nicht gleichzeitig verdaut werden können.

Was kann die Diät wirklich?

Der Glykämische Index gibt an, wie stark der Blutzucker steigt, wenn kohlenhydrathaltige Lebensmittel gegessen werden. Der Blutzuckeranstieg ist einer von mehreren Indikatoren für das Ausmaß der lnsulinausschüttung. Ein niedriger Glyx hilft den Blutzuckerspiegel konstant zu halten, dies reduziert den Heißhunger.

Unser Verdauungssystem ist durchaus in der Lage, Eiweiß und Kohlenhydrate gleichzeitig aus einer Mahlzeit zu verwerten. Die Kost begünstigt die Gewichtsreduktion nur dann, wenn weniger Kalorien als der Körper verbraucht aufgenommen werden.

Fazit!

Vorteil: abwechslungsreiche, vollwertige Kost mit viel Obst und Gemüse. Ist als dauerhafte Ernährungsweise geeignet. Eine neue Studie zeigt, dass eine Diät mit niedrigem Glyx und erhöhtem Eiweißanteil hilft den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden.

Nachteil: Der Glyx ist komplex: weiche Spaghetti haben einen höheren Index als aI dente gekochte. Isst man ein Stück Lachs dazu, verringert sich der Index wieder. Obstsäfte haben einen höheren Index als Obst.

Vorteil: Dieser Speiseplan weist viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe auf. Wie in der Variante von Walb beschrieben, werden die Lebensmittel sorgfältig zusammengestellt. Diese energiearme Kost kann eine ausreichende Nährstoffversorgung gewährleisten, die das Abnehmen ermöglicht.

Nachteil: Das Konzept verlangt viel Disziplin. Zu Beginn bedeutet es für die meisten Menschen eine große Umstellung. Und: die Theorie ist widerlegt.

Schlank im Schlaf

Fit for Life

Was wird hier gegessen?

Morgens kein tierisches Eiweiß (wie Wurst, Käse oder Ei), dafür aber Kohlenhydrate (z.B. Brot mit Marmelade). Abends ist es umgekehrt: Nudeln, Kartoffeln oder Süßes entfallen, dafür werden eiweißreiche Lebensmittel mit etwas Gemüse kombiniert. Zwischenmahlzeiten sind nicht erlaubt. Zu Mittag ist eine fettreduzierte Mischkost möglich.

Mindestens 70 Prozent Nahrungsmittel mit hohem Wassergehalt wie Obst und Gemüse. Milch ist verboten, da sie die Nährstoffaufnahme behindert. Brot und Fleisch gehören zu den restlichen 30 Prozent. Wie bei dem Hay´schen Urprinzip gilt auch hier: Kohlenhydrate und Eiweiße nicht gemeinsam verzehren.

Was wird Ihnen hier versprochen?

Die natürliche Fettverbrennung – besonders im Schlaf – soll gefördert werden. Der abendliche Verzicht auf Kohlenhydrate dient dazu die Insulinausschüttung zu reduzieren. Die Fettverbrennung würde sonst für mehrere Stunden blockiert werden. Ein eiweißreiches Abendessen ohne Kohlenhydrate fördert das Abschmelzen der Fettdepots.

Fit for Life versteht sich als Weg zur "natürlichen Gesundheit“. Neben Schönheit und Vitalität soll auch eine schnelle Gewichtsreduktion erreicht werden. Der Organismus werde mit destillertem Wasser und wasserreichen Nahrungsmitteln „gereinigt‘. Obst „spült“ demnach giftige Substanzen aus dem Körper.

Was kann die Diät wirklich?

Längere Phasen ohne Kohlenhydrataufnahme steigern tatsächlich die Fettverbrennung allerdings unabhängig von der Tageszeit. Und: Ein Abnahmeeffekt ist nicht nachgewiesen. Das Gleiche gilt für den Verzicht von Zwischenmahlzeiten. Die Diät funktioniert nur, wenn man weniger Energie als benötigt aufnimmt.

Wasserreiche Speisen haben eine geringe Energiedichte – viel Volumen, wenig Kilokalorien. Das reduziert das Körpergewicht. Das Konzept basiert jedoch auf vielen pseudowissenschaftlichen Behauptungen. Dass bei normaler Kost schädliche Säuren und Schlacken entstehen ist nicht haltbar. Ebenso wenig blockiert Milch die Verdauung.

Fazit!

Vorteil: Hält man sich an das Konzept, kann man erheblich an Gewicht verlieren. Eine Studie ergab eine mittlere Gewichtsabnahme von 9,3 Kilogramm in vier Monaten.

Nachteil: Die Diät langfristig durchzuhalten ist schwierig und insgesamt erscheint die praktische Anwendung eher kompliziert. Die Gestaltungsmöglichkeiten des Speiseplans sind eingeschränkt.

Vorteil: Man baut bei geringerer Kalorienaufnahme natürlich Körperfett ab.

Nachteil: Werden die Anweisungen rigoros eingehalten, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Kalzium-, Eiweiß- oder Eisenmangels. Diese Form ist als vollwertige Versorgung, insbesondere zur langfristigen, ausgewogenen Ernährung nicht geeignet. Das Trinken von destilliertem Wasser macht ernährungswissenschaftlich keinen Sinn.

Wenn wir uns ausgewogen ernähren, sind Diäten, egal in welcher Form unnötig.

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